Masterplan

Ein Masterplan für das Schloss von Gaasbeek (2012 - 2021)

Mission

2012 wurden Bogdan & Van Broeck Architects beauftragt, einen Masterplan für eine zeitgenössische räumliche Vision für die gesamte Domäne von Gaasbeek – das Schloss, den Museumsgarten und den umliegenden Park mit allen Nebengebäuden des Schlosses – zu entwickeln.
Mit dem Masterplan sollen die folgenden sechs Ziele verwirklicht werden:
1. Gewährleistung der vollständigen Zugänglichkeit des Schlosses, auch für Personen mit einer Behinderung;
2. Umwandlung eines Teils des Verwaltungsflügels in ein Museum;
3. Ausarbeitung eines neuen Konzepts für die Präsentation der Kollektion;
4. vollständige Restaurierung aller Gebäude im Park und der historischen Inneneinrichtungen im Schloss;
5. Errichtung eines neuen Gebäudes für Besucherempfang, Verwaltung, Archiv, Bibliothek und Depot;
6. Entwicklung eines neuen Konzepts für den Park.

Vision

Bei der Planung steht der kontinuierliche Prozess des Wandels des historischen Gebäudes an erster Stelle. Dies beinhaltet, dass das Schloss und seine Parkdomäne nicht als „eingefrorene“, statische Elemente, sondern als „Work in Progress“ mit ständiger Weiterentwicklung betrachtet werden. Mit dem Masterplan soll der Veränderungsprozess auf einem möglichst hohen Niveau und unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Bedeutung aufrechterhalten, unterstützt und erleichtert werden.
Konkret bedeutet dies, dass – wenn invasive Eingriffe im Schloss erforderlich sind – die Verstärkung der Erfahrung der historischen Gegebenheit vor der bloßen Berücksichtigung der neuen Funktionen Vorrang erhält. So kann ein Aufzug, der das Schloss für Rollstuhlfahrer zugänglich macht, teilweise durchsichtig sein und auf diese Weise den Besuchern zeigen, mit welchem Material das Schloss gebaut wurde, wie dick die Wände sind oder wie das Schloss im Laufe der Jahrhunderte (wiederauf-)gebaut wurde.
In der Landschaft herrscht gegenwärtig der visuelle Aspekt im Schlosspark vor. Die anderen Sinne werden kaum angesprochen. Das Ergebnis ist, dass das (sinnliche) Erlebnis der Landschaft eher beschränkt bleibt. Außerdem bietet die Schlossdomäne einen isolierten Anblick in der weiteren Umgebung. Deshalb wird im Masterplan auf ein aktives Erlebnis des Parks und einen (erneuten) Anschluss an den breiteren Kontext, das (agrarische) Pajottenland und den Grüngürtel rund um Brüssel gesetzt.


Teilprojekte

Die Ausführung des Masterplans wird in vier Teilprojekte aufgegliedert:
1. Restaurierung des Barockpavillons und seiner Nebengebäude;
2. Restaurierung der Kapelle und des Triumphbogens;
3. Bau eines neuen Empfangsgebäudes für das Schloss, Anlage eines Museumsgartens und Parks;
4. Renovierung des Schlosses und Gewährleistung der Zugänglichkeit.
Teilprojekt 1
Das erste Teilprojekt umfasst die Restaurierung des Barockpavillons und der Eremitage mit dem Treppenbereich und den Gartenmauern und die Errichtung eines kleinen Gebäudes. Diese Restaurierungsarbeiten, die dem Restaurierungs- und Architekturbüro Studio Roma anvertraut wurden, sind derzeit in vollem Gange.
Teilprojekt 2
Das zweite Teilprojekt betrifft die Restaurierung der barocken St.-Gertrudiskapelle und des neoklassizistischen Triumphbogens. Das Architekturbüro Bressers BVBA wurde mit der Restaurierungsplanung betraut. Der Beginn der Restaurierungsarbeiten an der Kapelle und am Triumphbogen ist im August 2018 vorgesehen. Nach der Restaurierung werden der Pavillon und die Kapelle für kleine Kulturveranstaltungen im Rahmen der Museumsarbeit verwendet. Die Kapelle wird auch für intime Hochzeitsfeiern zur Verfügung gestellt.
Teilprojekt 3
Das dritte Teilprojekt umfasst den Bau eines neuen Empfangsgebäudes. Neben einem Empfangsbereich werden in diesem Gebäude auch ein Museumsshop, Büros, die Museumsbibliothek, das Schlossarchiv, ein geschlossenes Depot, ein Abstellraum für Exponate und Sanitäranlagen untergebracht.
Um die umgebende geschützte Landschaft, den Parkplatz und die Erschließung an der Straßenseite mit diesem neuen Gebäude zu verbinden, umfasst der Auftrag auch die Neueinrichtung der Umgebung.
Der ausgewählte Entwurf des Architekturbüros Pierre Hebbelinck umfasst den Bau eines sehr großen, einladenden Vordachs, unter dem alle gewünschten Funktionen untergebracht werden. Der vorgeschlagene Empfangspavillon erhält bewusst nicht den gleichen Status wie die anderen Bauelemente auf der Domäne. Er wurde sehr funktionell, fast „demütig“, als Instrument konzipiert, das ganz im Dienste der Domäne steht.
Die Neubauarbeiten beginnen Mitte 2019 und die Abnahme ist Ende 2020 vorgesehen.
Teilprojekt 4
Die Renovierung des Schlosses bildet den Abschluss des Masterplans. Im Laufe der Jahre wurden innerhalb des existierenden Gebäudes mehrere bautechnische und bauphysikalische Probleme festgestellt. Außerdem wird das Schloss vollständig für das Publikum zugänglich gemacht. Auch die Ausarbeitung möglicher Routen für die Besucher, um das Schloss und seine Kollektion zu entdecken, und die Restaurierung der Inneneinrichtung gehören zum Arbeitsumfang. Die Durchführung all dieser Arbeiten ist für die Jahre 2020 und 2021 geplant.