Schloss
Historischer Überblick
Lassen Sie sich von der Vergangenheit verführen!
Mitten in den sich wellenden Hügeln des 'Pajottenlandes' befindet sich unweit von Brüssel, Schloss Gaasbeek. Die mittelalterliche Burg hatte eine bewegte Geschichte und entwickelte sich vom strategischen Bollwerk zum reizenden Landgut. Einer der bekanntesten Inhaber war der Graf von Egmond. Das heutige Gebäude bekam seine romantische Umgestaltung am Ende des neunzehnten Jahrhunderts, dank der exzentrischen Marquise Arconati Visconti.
Sie richtete das Schloss als Museum für ihre enorme Kunstkollektion ein und sollte als historisches Theaterdekor verstanden werden. Die damals entstandene Traumburg ist auch heutzutage noch eine Art Zeitmaschine. Man irrt durch die historisierenden Interieurs und man entdeckt Wandteppiche, Gemälde, Mobiliar, Bilder und sonstige wertvolle Gegenstände.
Ein Besuch des Schlosses berührt alle Sinne. Wir streben danach, unseren Besuchern eine Erfahrung zu bieten, die im Gedächtnis haften bleibt. Überraschende Ausstellungen, in denen historisches Erbe in einer kreativen Weise nach heute umgesetzt wird, versetzen dich in immer wechselnde Dekors. Auch Konzerte und Veranstaltungen sorgen dafür, dass es hier immer etwas zu erleben gibt.
Weiteres zum Gebäude
Eine erste verstärkte Burg wurde Mitte des dreizehnten Jahrhunderts erbaut, um Brabant vor den Einfällen aus Flandern und Hennegau zu schützen. 1388 wurde dieses Schloss aber zerstört. Der Wiederaufbau, wovon eine Anzahl der Außenwände noch sichtbar ist, dauerte zwei Jahrhunderte. Während des ersten Viertels des siebzehnten Jahrhunderts ließ René van Renesse einen französischen Garten anlegen und einen Barockpavillon sowie eine Kapelle bauen. 1695 wurde ein Flügel des Schlosses von den Truppen von Ludwig XIV. zerstört. Von 1887 bis 1897 wurde das Schloss gründlich restauriert nach dem neuromantischen Stil und erhielt es sein heutiges Aussehen. Architekt war im Auftrag der Marquise Arconati Visconti Charles Albert. So entstand die heutige 'Traumburg', die mit Recht als das 'Flämische Pierrefonds' betrachtet wird. Das Gebäude und die historisierenden Interieurs bilden zusammen ein außergewöhnliches Beispiel der damaligen Stilauffassungen; das Ganze wurde in ein äußerst sorgfältig geplantes Gesamtkunstwerk umgestaltet. Die Interieurs bieten eine Musterkarte von Neustilen, von Neugotik über Neurenaissance bis Neurokoko.
1921 schenkte die letzte Inhaberin des Schlossgeländes, Marquise Arconati Visconti, das Park mit dem Schloss sowie dem ganzen Mobiliar dem belgischen Staat. Drei Jahre später wurde das in ein Museum umgestaltetes Gebäude - wie bei Testament bestimmt - für das Publikum geöffnet. Bei der Staatsreform von 1980 wurde das Schlossgelände an die Flämische Gemeinschaft übertragen. Der DAB (Dienst mit separater Geschäftsführung) 'Kasteeldomein van Gaasbeek' ist heute ein Teil der Agentur für Künste und Kulturerbe der flämischen Behörden.
2004 wurde ein neuer Museumflügel eröffnet, in dem das Badezimmer, das Schlafzimmer und die Chambre Rouge der Marquise bewundert werden können.
Weiteres zur Marquise Arconati Visconti
Extra
Das Schloss wurde und wird oft als Dekor für Filme, Fernsehserien und Werbesports benutzt, z.B. für die in den sechziger Jahren sehr populäre Serie 'Johan en de Alverman' bis rezente Sendungen des Programms 'Zonde van de Zendtijd', ... . Schauen Sie sich eine Probe 'The Saus of Music' an (auf Niederländisch).
Damit die Intensität eines Schlossbesuches für das Publikum noch verstärkt wird, werden außer den klassischen visuellen Impulsen (dem Anschauen des Gebäudes und der Sammlung) auch olfaktorische Elemente benutzt: historische Parfums, von der ehrgeizigen Officina Profumo - Farmaceutica di Santa Maria Novella nach jahrhundertealten Rezepten hergestellt, von denen manche auf die Medici zurückgehen, hüllen die Räume in einen Duft des Mysteriums und der Sensualität. Dass Geschichte sich auch riechen lässt, wissen wir seit Patrick Süsskind, und das braucht nicht unbedingt eine muffige Sache zu sein ... Dafür sorgen die florentinische Iris, Rosen aus Damaskus, kostbarer Bernstein und toskanische Gewürze.
Hintergrundbild: Quelle www.vlaanderenvanuitdelucht.be
