Einleitung
Schloss Gaasbeek ist der letzte Zeuge der alten Herrlichkeit – oder Gutsherrschaft – Gaasbeek, die 1236 von den Herzögen von Brabant gegründet worden war. Der bekannteste Eigentümer war zweifellos Lamoral Graf von Egmond, der das Schloss 1565 kaufte, nur drei Jahre, bevor er auf Befehl des Herzogs von Alba auf dem Marktplatz von Brüssel enthauptet wurde. Einer seiner Nachfolger, Renaat von Renesse, Graf von Warfusée, nahm an einem Staatsstreich gegen die Spanier teil und wurde 1633 verbannt. Ende des 17. Jahrhunderts erwarb Louis-Alexander Scockaert, Graf von Tirimont, einen großen Teil der alten Herrlichkeit mitsamt dem Schloss. Durch Heirat und Vererbung gelangte es weitere 100 Jahre später in den Besitz der italienischen Adelsfamilie Arconati Visconti. Die letzte Marquise Visconti stammte aus Frankreich und war eine geborene Marie Peyrat. Sie starb kinderlos im Jahr 1923.
Das Gebäude
Wo sich heute Schloss Gaasbeek befindet, wurde im 13. Jahrhundert eine erste Burg errichtet, die Brabant gegen Invasionen aus Flandern und Hennegau schützen sollte. 1388 wurde die Burg jedoch verwüstet. Der Wiederaufbau dauerte zwei Jahrhunderte. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ließ Renaat von Renesse einen französischen Garten anlegen und einen Barokpavillon und eine Kapelle bauen. 1695 wurde ein Flügel des Schlosses von den Truppen von Ludwig XIV. zerstört. Von 1887 bis 1897 wurde das Schloss entsprechend dem damals herrschenden, klassizistischen Stilauffassungen gründlich restauriert und erhielt sein heutiges Ausstehen. Architekt war im Auftrag der Marquise Arconati Visconti Charle Albert. Sie ließ das Schloss auch vollständig neu einrichten. 2004 wurde ein neuer Museumsflügel eröffnet. Er umfasst u.a. das Badezimmer, das Schlafzimmer und das chambre rouge der Marquise.
Die Sammlung
Dass das Schloss zu einem Museum wurde, ist der letzten adligen Bewohnerin, der Marquise Marie Arconati Visconti, zu verdanken. Da sie kinderlos geblieben war, schenkte sie die Domäne und das Schloss im Jahr 1921 dem belgischen Staat. 1924 wurde das Schloss als Museum eröffnet. Seit 1980 ist es Eigentum der Flämischen Gemeinschaft.
Die Sammlung setzt sich aus der historischen Einrichtung zusammen, wie sie von der Mäzenin dem Staat vermacht worden war. Den Grundstock zu dieser Einrichtung hatte bereits die Familie Scockaert de Tirimont gelegt; der größte Teil der Gegenstände stammt allerdings von der Marquise, deren Sammelleidenschaft ebenso groß war wie ihre Liebe zur Renaissance. Die Objekte, die sie zusammentrug, stammen denn auch größtenteils aus dem 15. und 16. Jahrhundert.
Hier können Sie sich den ca. 10-minütigen Film 'Souvenir' von Elfi De Vos über das Leben der Marquise Marie Arconati Visconti ansehen.
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