26 June - 08 August 2010

Theatrum Mundi V - Cythera

 

Theatrum Mundi V -CYTHERA-
Peter Depelchin

Der junge Künstler Peter Depelchin (° 1985) überrascht in diesem Sommer mit der verspielten, aber auch provokativen Solo-Ausstellung  Theatrum Mundi V, in der er das Schloss Gaasbeek zu einer vorübergehenden Cythera erotisiert.

Der Künstler verzaubert das historische Erbe des Schlosses und füllt die verschiedenen Säle mit einem respektlosen Cocktail aus Arbeiten.

Die Zeichnungen und Collagen von Depelchin haben ihre tiefen Wurzeln in der westlichen Kultur und erzählen universelle Geschichten. Er hat eine eigene Bildsprache entwickelt, die stark an die Ikonografie des Klassizismus und der Renaissance anlehnt (sie erinnert stark an Bruegel, Bosch und Dürer). Vor kurzem tauchten auch orientalische Fantasien auf. Dabei benutzt er erkennbare Symbole, die für Ideologien und soziale Systeme typisch sind. Diese koppelt er an seine eigenen Erfahrungen. Seine verspielten Collagen sind mit allegorischen, parodierenden und oft ironischen Bedeutungen behaftet. Er schafft mit viel Kühnheit eine eigene Welt, die den Zuschauer ständig herausfordert und befragt.

Cythera verweist auf die mythische Geburtsinsel der Venus. Mythisch und daher unerreichbar … Seit jeher verfolgt der Mensch sein Leben lang ein unerreichbares Ziel. Die Suche nach Sinn und Selbstverwirklichung manifestiert sich in unendlich vielen Formen.

Theatrum Mundi: das Leben als Theater, ein Schauspiel, in dem der Mensch selbst Regie führt. Das Werk von Depelchin legt unser Ringen mit existentiellen Triebfedern und Ängsten offen. Können wir unser Ziel erreichen oder dreht sich in unserem Leben alles bloß um die Mittel, die wir dafür verwenden: (unkontrollierte) Befriedigung der Bedürfnisse, (sexueller) Trieb, Selbstbestätigung, Egotrip, ...?
Dabei kritisiert Depelchin die etablierten, manipulativen Machtsysteme (z.B. die Kirche) und die dazugehörigen Codes. Sie regeln unsere Triebe und versuchen diese manchmal vollständig zu verdrängen. Er enthüllt diesen Mechanismus, ohne Moralapostel spielen zu wollen.

Wahnsinnige Figuren aus der Mythologie und aus Märchen, Literaturfetzen, respektlose Witze, bissige Klänge und Schlosszitate geraten in dem Werk dieses charmanten Himmelsstürmers wie auf einem höllischen Jahrmarkt durcheinander. Die Geste ist barock, die Technik nahezu klassisch. Dadurch werden die unterschwelligen Bedeutungen nur noch eindringlicher.

Praktische Informationen/ Die Ausstellung wird von Freitag, 11. Juni bis Sonntag, 25. Juli gezeigt und ist mit Ausnahme von Montag täglich zwischen 10.00 und 18.00 Uhr geöffnet (letzter Einlass um 17.00 Uhr). Die Eintrittskarten kosten € 7, Gruppen und ermäßigte Karten € 5, Kinder und Jugendliche unter 26 Jahren € 1, freier Eintritt für Kinder unter 7 Jahren. 

www.peterdepelchin.com