12 September - 23 November 2008

Marquise sucht Kunst

 

Marie Peyrat war 33, als sie 1873 den Marquis Giammartino Arconati Visconti, heiratete, den letzten Spross eines italienischen Adelsgeschlechts. Später erzählte sie oft, dass sie am Tag ihrer Hochzeit lediglich ein einziges Kleid und ein einziges Paar Schuhe besessen habe ...

Die frischgebackene Marquise wurde schnell zur reichen Witwe. Einen Teil ihres unermesslichen Vermögens investierte sie in die Restaurierung von Schloss Gaasbeek. Sie war, ebenso wie viele ihrer Zeitgenossen, von einer romantischen Sammelleidenschaft ergriffen und von Kunst und Geschichte fasziniert. Sie hatte sich nicht mehr und nicht weniger vorgenommen, als Gaasbeek in ein Märchenschloss zu verwandeln, was hieß, dass es auch üppig mit Kunstschätzen gefüllt werden sollte.

Die Marquise, eine auffallende Schönheit von großer Intelligenz, führte einen politischen Salon und umgab sich mit einem Kreis von Bewunderern (und vermutlich auch Liebhabern). Für ihre Zeit war sie eine ausgesprochen unkonventionelle Frau. Ihr Leben bestand aus Widersprüchen und noch heute scheint ihre Biografie ein fesselnder Roman.

Scheinbare Widersprüche versöhnt die Ausstellung Marquise sucht Kunst. Künstlerinnen und Künstler aus Belgien und dem Ausland beschäftigen sich mit der historischen Gestalt der Marie Arconati Visconti und kombinieren das Ergebnis ihrer Untersuchungen mit Gegenwartskunst. Dem Betrachter eröffnet sich so ein neuer Zugang zu einem bewegten Leben.

Künstlerinnen und Künstler wie Cindy Sherman, Tracey Emin, Berlinde De Bruyckere, John de Andrea, Erwin Olaf, Anouck De Clercq und Wang Du gehen auf Themen wie Identitätswechsel, sexuelle Freiheit, künstlerischer Geschmack und die Stellung der Frau in adligen, künstlerischen und intellektuellen Kreisen ein.

Marquise sucht Kunst ist ein Balanceakt zwischen Extremen – zwischen verspielter und engagierter Kunst, zwischen perfekter Harmonie und brutalen Kontrasten, zwischen Geschichte und Gegenwart, zwischen der Aussage eines Kunstwerks und der Aussage eines Lebens – dem der Marquise.

Das historische Schloss stellt die Kunstwerke in einen verwirrenden und bezwingenden Kontext. Manchmal scheint die Marquise in den Kulissen aufzutauchen, um ebenso überraschend wieder zu verschwinden ...

Veranstalter: Schloss Gaasbeek und Gynaika GoE (www.gynaika.be)

Pressestimmen

Hier können Sie sich den Film ansehen, der am 24.9.2008 vom VRT ausgestrahlt wurde.

* 'Het kasteel van de (wan)smaak' in De Morgen, 11.9.2008 (von Sarah Theerlynck)

* 'Het fantasma van de markiezin' in De Standaard, 17.9.2008 (von Dorien Knockaert)

* 'Des artistes actuels au Gaasbeek' in La Libre Belgique, 22.9.2008 (von Roger Pierre Turine)

* 'Kwetsbare vrouw met mannelijke trekken' in De Tijd, 30.9.2008 (von Eliane Van den Ende)

* 'En ze leefden nog lang en gelukkig' in Focus Knack, 1.10.2008 (von Els Fiers)

* 'Fatal attraction' in Flanders Today, 8.10.2008 (von Denzil Walton)