11 September - 15 November 2009
Traumburgen und Luftschlösser
Traumburgen und Luftschlösser – das ist der viel versprechende Titel einer Ausstellung, die diesen Herbst in Schloss Gaasbeek stattfindet. Sie lädt zu einem imaginären Spaziergang entlang Schlössern ein, die in den letzten 250 Jahren gebaut – oder phantasiert – wurden.
Schloss Gaasbeek wurde in der Spätromantik von der faszinierenden Marquise Arconati Visconti zu einem Traumschloss im historisierenden Stil umgebaut. Die gründliche Restaurierung kann als typisch gelten für eine bestimmte Strömung in der Architektur. Ausgehend von der tiefen Bewunderung einer idealisierten Vergangenheit wurden Stilelemente zahlreicher Epochen miteinander kombiniert. Die ‚steinernen Träume’, die so entstanden, bildeten die Kulisse für ein komplexes Spiel der Epochen und Identitäten. Der Rundgang beginnt bei Strawberry Hill (spätes 18. Jh.), passiert berühmte europäische Schlösser wie Pierrefonds, Schloss De Haar und Neuschwanstein und endet bei Fabres Tivoli und anderen zeitgenössischen Interpretationen.
In der Ausstellung geht es aber nicht nur um Architektur, sondern auch um den philosophischen Hintergrund der Architekturgeschichte. Untersucht werden der Nährboden für dieses Phänomen, der Einfluss der Literatur, die Romantik als bedeutendste kulturelle Strömung des 19. Jahrhunderts, die dunklen Seiten des gothic revival und das wiedererwachte Interesse am Mittelalter. Wir beobachten die Schlossbewohner in ihren verschiedenen Rollen und mit ihren rêveries und passieren Märchen mit Traumschlössern und gruseligen Burgen, mit Spielzeug, (Zeichentrick)filmen ... Dass es auch in unserer Zeit noch Luftschlösser gibt, das beweisen einige zeitgenössische, oft utopische Varianten.
Der Rundgang ist durch mehrere so genannte ‚Studiolos’ markiert, die von Kurator Koen Van Synghel entworfen wurden. Sie stellen in jedem Raum ein Thema vor, wobei Schloss Gaasbeek selbst sowohl die Erklärung wie auch den Hintergrund liefert.
Die Ausstellung ist multimedial: Es gibt dort Film und Musik, Architekturmodelle, Fotos, Gemälde, historische Dokumente und Gegenwartskunst.
Einige auf der Ausstellung vertretene Namen: Jean Cocteau, Pierre Cuypers, Wim Delvoye, Peter Depelchin, Lucile Desamory, Walt Disney, Aleksandar Duravcevic, Maurits Cornelis Escher, Jan Fabre, Alfred Hitchcock, Michael Jackson, Maurice Maeterlinck, Alphonse Mucha, Nadia Naveau, Aldo Rossi, Henri de Toulouse-Lautrec und Eugène Viollet-le-Duc.
Der Veranstalter ist Schloss Gaasbeek in Zusammenarbeit mit KADOC. Der Kurator ist Koen van Synghel.
Praktisch/ Die Ausstellung läuft vom 11. September bis 15. November und ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet (letzter Einlass um 17 Uhr). Karten: 6 €, Gruppen und ermäßigte Karten 4 €, Jugendliche unter 26 J. 1 €, Kinder unter 7 J. Eintritt frei.
Führungen müssen spätestens 2 Wochen im Voraus gebucht werden: Tel. 02 531 01 30 oder kasteelvangaasbeek@vlaanderen.be.
Abendveranstaltungen auf vorherige Anfrage: Tel. 02 531 01 44 oder kasteelvangaasbeek@vlaanderen.be
Pressestimmen
Hier können Sie sich den Film ansehen, der am 10.9.2009 vom Canvas (Terzake) ausgestrahlt wurde.
* 'Een romantische tijdmachine' in Knack, 9.-15. September 2009 (Jan Braet)
* 'Stenen dromen' in De Morgen, 11. September 2009 (von Sarah Theerlynck)
* 'De kasteelheer in elk van ons' in De Standaard, 15. September 2009 (von Geert Van der Speeten)

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